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21.08.2019

Bürgermeister Alexander Laesicke besucht Baustoffwerke Havelland

Am Mittwoch, 21. August 2019, besuchte Bürgermeister Alexander Laesicke die Baustoffwerke Havelland GmbH & Co. KG. Geschäftsführer Christian Bertmaring gab bei einem Rundgang Einblick in das 1991 gegründete Unternehmen und informierte über die Entwicklung des Werks. Die 85 Beschäftigten der Baustoffwerke veredeln pro Jahr ca. 170.000 Tonnen Sand zu Kalksandstein und Porenbeton. Das entspricht etwa 5.500 Einfamilienhäusern.

Die Firma beliefert von Germendorf aus den gesamten nordostdeutschen Raum mit Porit-Porenbeton und Unika-Kalksandstein. Das Kalksandsteinwerk wurde 1991 errichtet, im Frühjahr 1992 konnten die ersten Steine gepresst werden. Das Porenbetonwerk wurde 1995 gebaut und produziert Porenbetonsteine. Wichtigster Rohstoff für beide Produkte ist der heimische märkische Sand, der direkt neben den Produktionshallen abgebaut wird. „Bei der aktuellen Produktionsmenge reichen unsere Sandvorkommen noch für mindestens 60 Jahre“, freut sich Christian Bertmaring.

Strenge Auflagen und hohe Sorgfalt

Das Abbaugelände steht unter strenger Aufsicht des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe. Das Landesamt für Umweltschutz ist begleitend tätig. Durch den Sandabbau entsteht auf dem Firmengelände ein Binnensee, der allerdings nicht öffentlich zugänglich ist. „Solange das Gelände unter Bergaufsicht steht, darf die Öffentlichkeit das Gelände nicht betreten. Im Zuge des Sandabbaus renaturieren wir das Areal Schritt für Schritt“, erklärt Christian Bertmaring.

Neben den strengen behördlichen Auflagen ist Christian Bertmaring auch durch die Hinterlassenschaften des letzten Krieges herausgefordert. „Das Betriebsgelände liegt teilweise auf dem Areal der alten Heinkel-Flugzeugwerke. Wir haben viele Blindgänger im Boden und müssen beim Sandabbau sehr umsichtig vorgehen.“ Dazu werden die Abbauflächen zunächst vom Kampfmittelräumdienst nach Weltkriegsbomben abgesucht und anschließend freigegeben. „Dennoch hatte ein Mitarbeiter einmal einen Blindgänger auf der Baggerschaufel“, so Christian Bertmaring, dem heute noch die Erleichterung abzuspüren ist, dass damals nichts Schlimmeres passiert ist. In den vergangenen drei Jahren wurden gleich mehrere Blindgänger gefunden, die vor Ort gesprengt oder entschärft werden mussten.

Baustoffwerke investieren kontinuierlich

Das Baustoffwerk in Germendorf dürfte zu den modernsten in Deutschland zählen. Aufgrund der digitalen Entwicklung der letzten Jahre und des starken Wettbewerbs muss das Werk seinen Maschinenpark kontinuierlich erneuern. „Bundesweit verfügen gerade einmal drei weitere Werke über unsere Möglichkeiten bei der Herstellung von Mauersteinen. Dafür haben wir 2015 rund 3,5 Mio. Euro investiert. Mit dem Geld wurde eine Maschine konstruiert und gekauft, die mit einem variablen Presswerkzeug Steine unterschiedlichster Maße herstellen kann“, so Christian Bertmaring. Ohne diese Investition, da ist sich der Geschäftsführer sicher, ginge es seinem Unternehmen heute nicht so gut: Mittlerweile erzielen wir rund die Hälfte unseres Umsatzes aufgrund dieser Investition.“

Dass Umweltschutz und Industrie kein Widerspruch sind, zeigt die jüngste Investition. „Im letzten Jahr haben wir einen sechsten Autoklaven für die Produktion unserer Porenbetonsteine errichtet. Dadurch war es möglich, die Produktionskapazitäten um 20 Prozent zu erhöhen und den Gasverbrauch gleichzeitig um 25 Prozent zu senken“, sagt Christian Bertmaring.

Industrie mit Zukunft

Bürgermeister Alexander Laesicke freut sich über so viel Unternehmergeist: „Mir ist wichtig, dass wir auch Industrieunternehmen, wie den Baustoffwerken, gute Rahmenbedingungen bieten. Weil insbesondere Industrieunternehmen einen wesentlichen Beitrag zum Wohlstand unserer Stadt leisten.“

Für das Baustoffwerk ist das Industriegebiet in Germendorf der optimale Betriebsstandort. „Wir verfügen hier über ein großes Sandvorkommen in Firmenbesitz und profitieren darüber hinaus sehr von der Nähe zu Berlin. 80 Prozent des Kalksandsteins gehen nach Berlin und in den unmittelbaren Umkreis von Berlin. Auch zahlreiche aktuelle Bauvorhaben in Oranienburg werden mit Kalksandstein und Porenbeton aus Germendorf realisiert“, erklärt Christian Bertmaring. Er freut sich, dass sein Unternehmen attraktive Arbeitsplätze anbieten kann: „Wir zahlen deutlich über Tarif und konnten unsere freien Stellen in den letzten Jahren vermehrt mit Rückkehrern besetzen, die es zurück in ihre brandenburgische Heimat gezogen hat.“

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