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18.07.2019

Zwei Bomben am Treidelweg erfolgreich entschärft – Wasserstraßen wieder frei

Es ist geschafft: Der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) konnte bereits um 16:15 Uhr auch bei der zweiten der beiden 500-Kilogramm-Bomben amerikanischer Bauart am Oranienburger Treidelweg den chemischen Langzeitzünder erfolgreich entschärfen. Der 1000-Meter-Sperrbereich rund um den Fundort wurde eine halbe Stunde später per Entwarnung durch Sirenensignal wieder aufgehoben. Rund 5.100 Betroffene konnten in ihre Wohnungen zurückkehren, auch der komplett unterbrochene Bahnverkehr rollte wieder an. Die langwierigen Einschränkungen für den Schiffsverkehr wurden ebenfalls wieder aufgehoben.

Der Sperrbereich war am Vormittag um 8:00 Uhr in Kraft getreten, rund 217 Einsatzkräfte waren zu dessen Sicherung und Kontrolle eingesetzt. Nachdem keine unbefugten Personen im Sperrbereich festgestellt wurden, konnte der Kampfmittelbeseitigungsdienst gegen 10:20 Uhr mit den Neutralisierungsarbeiten beginnen. Die erste Bombe wurde um 14:13 Uhr entschärft, die zweite schließlich um 16:15 Uhr. Die Arbeiten verliefen dieses Mal ausgesprochen problemlos.

Erst im Juni waren bereits zwei Weltkriegsbomben in der Lehnitzstraße, in der Nähe des jetzigen Fundortes, erfolgreich entschärft worden. Beide Bombenfunde hatten durch ihre Nähe zur Havel und zum Oder-Havel-Kanal langwierige Sperrungen der Wasserstraßen verursacht. Um wenigstens einen teilweisen Schiffsverkehr unter strengen Auflagen zu ermöglichen, waren aufwendige Sicherheitsmaßnahmen bis hin zu einer riesigen, abschirmenden Containerwand nötig. Die Sperrung der Oder-Havel-Wasserstraße und der Havel sind nun wieder vollständig aufgehoben.

Bei den Bomben am Treidelweg handelte es sich jeweils um den 206. und 207. in Oranienburg neutralisierten Blindgänger seit 1990.

„Eine tolle Arbeit, die das Team des Kampfmittelbeseitigungsdienstes wieder geleistet hat!“, bedankte sich Bürgermeister Alexander Laesicke bei den Experten vom KMBD. „Ein großer Dank gilt aber auch den vielen Anwohnerinnen und Anwohnern, die heute ihre Wohnungen verlassen mussten, für ihre Geduld und ihr Verständnis sowie den vielen helfenden Händen im Hintergrund.“ Insgesamt waren mehr als 300 Helferinnen und Helfer im Einsatz – unter anderem von der Feuerwehr, der Polizei, dem Katastrophenschutz, einer Sicherheitsfirma sowie der Stadtverwaltung.

 


Der Tag in Bildern: Eine >> Fotoserie der Bombenentschärfung auf unserer Facebook-Seite.


 

Die Meldungen im Tagesverlauf (18.07.)


Live-Ticker 

+++ 16:45 Uhr: Die Sirenen verkünden Entwarnung: Der Sperrbereich ist wieder aufgehoben! Lediglich der Bereich zwischen Fundort (Lehnitzbrücke) und Saarbrücker Straße ist wegen des Abtransportes der Bomben noch eine Weile gesperrt. +++ 16:15 Uhr – Es ist geschafft: Auch die zweite Bombe ist entschärft! Der Sperrkreis wird ca. um 16:45 Uhr durch Sirenensignal aufgehoben. Auch der Bahnverkehr wird sich nun wieder normalisieren – ein wenig Geduld ist aber noch erforderlich (informieren Sie sich bitte direkt bei den Bahnen, Links s. unten) +++ 14:13 Uhr – Erste Bombe entschärft. Wie die Neutralisierung der zweiten Bombe verläuft, lässt sich aber noch nicht vorhersagen. Mit einer vorzeitigen Aufhebung des Sperrbereiches kann daher noch nicht gerechnet werden. +++ 11:30 Uhr – Zwischenstand: Die Neutralisierungsarbeiten sind im Gange – ob entschärft werden kann oder gesprengt werden muss, steht (entgegen der Berichterstattung einiger Medien) noch nicht fest. +++ 10:20 Uhr – Neutralisierungsarbeiten können beginnen. Die Einsatzkräfte vor Ort melden, dass sich keine Unbefugten mehr im Sperrkreis aufhalten. +++ 8:00 Uhr – Der 1.000-Meter-Sperrbereich ist in Kraft getreten. Dieser wird jetzt durch die 217 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Stadt und Wachdiensten vor Ort gesichert (das Betreten des Bereichs ist nicht mehr möglich) und kontrolliert – erst wenn sich keine Unbefugten mehr dort aufhalten, können die Arbeiten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD) beginnen +++


 

Alle InfoRMATIONEN im Überblick


Zeitplan/Ablauf


Wie bereits vermutet, handelt es sich bei den beiden metallischen Gegenständen auf dem Gelände am Treidelweg um zwei 500-kg-Bomben amerikanischer Bauart, ausgestattet mit intakten, chemischen Langzeitzündern. Dies hat am Mittwochvormittag der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg (KMBD) mitgeteilt. Es handelt sich um die 206. und 207. Bombe, die seit der Wende in Oranienburg beseitigt werden müssen.

Am Donnerstag, den 18.07.2019 sollen beide Bomben nacheinander entschärft werden. Zeichnet sich ab, dass dies nicht möglich sein wird, sind Sprengungen nicht auszuschließen.

 

Sperrbereich
 

Mittwoch:   Aus Sicherheitsgründen ist ab sofort ein Bereich mit einem Radius von ca. 100 Metern um den Fundort herum gesperrt. In diesem Bereich befinden sich einige Wohngrundstücke in der Neukirchener Straße, Saarbrückener Straße, und Lehnitzstraße sowie das Wassersportzentrum. Die Lehnitzbrücke ist davon nicht betroffen und bleibt bis Donnerstag um 8:00 Uhr für den Straßenverkehr frei passierbar. Der Oder-Havel-Kanal zwischen Haveleck und der Lehnitzbrücke (km 25,1 bis 25,3) jedoch liegt in diesem Bereich und bleibt damit ab sofort bis zum Abschluss der Entschärfungen gesperrt.
 

Donnerstag: Für die Bombenentschärfung tritt am Donnerstag um 8.00 Uhr ein Sperrbereich mit einem Radius von circa 1.000 Metern in Kraft, der nicht betreten werden darf und von dem etwa 5.100 Personen betroffen sind.

Betroffene Einrichtungen: Auch die Kita Lehnitz, der Hort und die Grundschule Friedrich Wolf in Lehnitz, die evangelische Kita „Kleine Fische“, die Kita „Butzelhausen e. V.“ und die Kita „Friedrich Fröbel“ befinden sich in diesem Sperrbereich. Ebenfalls betroffen sind die Seniorenresidenz „domino world“, Teile des Krankenhauses sowie die Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Lehnitz.

Auch der Bahnverkehr ist betroffen, da der S-Bahnhof Lehnitz und die Gleise zum Bahnhof Oranienburg im Sperrbereich liegen.

Die Aufhebung des Sperrbereiches erfolgt unmittelbar nach Abschluss der Entschärfung.  Bei einer problemlosen Evakuierung und Entschärfung kann mit einer Aufhebung des Sperrbereichs voraussichtlich bis 19.00 Uhr gerechnet werden.

Hinweis: Dieser Zeitpunkt ist eine Schätzung, basierend auf den Erfahrungen vergangener Entschärfungen. Durch Verzögerungen unterschiedlicher Art kann sich der Zeitpunkt der Aufhebung auch deutlich nach hinten verschieben.

 

Anlaufstellen für Betroffene

Für betroffene Bürgerinnen und Bürger werden drei Anlaufstellen angeboten, in denen diese sich von 08:00 Uhr bis zum Abschluss der Maßnahme aufhalten können. Diese sind

  • das Bürgerzentrum, Albert-Buchmann-Str. 17
  • die Turnhalle Germendorf, Germendorfer Dorfstraße 59
  • das Regine-Hildebrandt-Haus, Sachsenhausener Str. 1 (geschlossen; wegen zu geringer Frequentierung wurden die hilfesuchenden Personen im Bürgerzentrum untergebracht – bitte suchen Sie im Bedarfsfalle direkt das Bürgerzentrum auf)

Es wird ein Bus-Shuttleservice von Lehnitz über diverse Haltepunkte in Oranienburg nach Germendorf eingesetzt, der Fahrplan kann >> hier heruntergeladen werden.

Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass in den Anlaufstellen keine Liegemöglichkeiten vorhanden sind. Pflegebedürftige Personen sowie solche, die Hilfe beim Verlassen des Sperrbereiches benötigen, setzen sich bitte rechtzeitig mit dem Ordnungsamt der Stadt Oranienburg in Verbindung.

Die Tourismus und Kultur Oranienburg gGmbH (TKO) teilt mit, dass der Schlosspark wegen der Bombenentschärfung am Donnerstag statt um 9.00 Uhr bereits um 8.00 Uhr öffnet.

 

Bürger-Telefon: (03301) 600 900

Die Stadt hat wieder ein Bürger-Telefon unter der Telefonnummer (03301) 600 900 eingerichtet, an dem alle Fragen zur eventuellen Bombenentschärfung beantwortet werden. Es wird bis zum Abschluss der Entschärfung geschaltet sein. 

Hinweis: Da in der Urlaubszeit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamtes, Bereich Ordnungsangelegenheiten/Zentrale Bußgeldstelle, in die Organisation der Bomben-Entschärfung involviert sind, werden am 18.07.2019 keine Sprechzeiten in diesen Bereichen stattfinden. Besucherinnen und Besucher, die die Bußgeldstelle, das Ordnungs- oder das Gewerbeamt kontaktieren wollen, nutzen bitte Sprechzeiten an anderen Tagen oder geben die Unterlagen im Bürgeramt ab.

 
Bahnverkehr am Donnerstag unterbrochen

Der S-Bahnverkehr der Linie S1 von und nach Oranienburg wird am 18.7. ab 8:00 Uhr unterbrochen. Der letzte Zug der S1 erreicht um 7:55 Uhr Oranienburg. Die letzte Abfahrt in Richtung Berlin erfolgt um 7:51 Uhr. Es wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen (SEV) zwischen Oranienburg und Birkenwerder im 20-Minuten-Takt eingerichtet. Der  S-Bahnhof Lehnitz wird vom SEV nicht angefahren, da er im Sperrbereich liegt.

Die Regionalbahnlinie RE 5 fällt zwischen Oranienburg und Bln. Gesundbrunnen von 09:30 bis ca. 19:30 Uhr aus. Die Züge der RE 5 aus Richtung Norden (Rostock/Stralsund) beginnen und enden in Oranienburg. In Oranienburg besteht Übergang zum/vom SEV nach Birkenwerder. Die Züge der RE 5 aus Richtung Süden (Elsterwerda/Wünsdorf-Waldstadt) beginnen und enden in Bln. Gesundbrunnen. Reisende nutzen von dort die Züge der S 1 nach Birkenwerder und weiter mit dem SEV nach Oranienburg.

Die Regionalbahnlinie RB 20 fällt zwischen  Birkenwerder und Oranienburg von 09:55 bis ca. 19:30 Uhr aus. Reisende nutzen den S-Bahn-Ersatzverkehr zwischen Oranienburg und Birkenwerder.

Die Züge der RB 12 fahren zwischen Oranienburg  Templin Stadt nach dem regulären Fahrplan. Fahrgäste von/nach Berlin steigen in Sachsenhausen zwischen RB12 und Ersatzbus um. Der Ersatzbus pendelt zwischen Sachsenhausen  S-Bhf. und Birkenwerder. Bitte nutzen Sie von/nach Birkenwerder die S-Bahn.

Auf folgenden Internetseiten können nochmals alle Informationen zum Bahnverkehr und die genauen Abfahrtszeiten eingesehen werden:

  • www.bahn.de/p/view/service/aktuell/brandenburg
  • https://sbahn.berlin
  • http://www.neb.de/service/fahrplanaenderungen/details/bombenentschaerfung-in-oranienburg/

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