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06.03.2019

Intelligente Kühlschränke aus Oranienburg

Mit einer spannenden Idee, viel Mut und Unternehmergeist haben sich vor zwei Jahren zwei Berliner in unserer Stadt selbständig gemacht. Sie bauen unter dem Namen „How I like“ intelligente Kühlschränke*. Ihr Ziel: Bürogemeinschaften auf einem Quadratmeter Fläche schnell, bequem und gesund versorgen.

Alles begann im Sommer 2016 mit einer fixen Idee bei einer gemeinsamen Geschäftsreise: Martin Michenfelder und Sven Forgber, beide Ende 20, waren genervt davon, dass sie im hippen Berlin an vielen Stellen ihre Pausenversorgung noch immer nur mit Bargeld bezahlen konnten. Geht das nicht einfacher und nutzerfreundlicher? fragten sie sich und entwarfen einen Kühlschrank mit einem bargeldlosem Bezahlsystem, dessen Angebot weit über einen schlichten Snackautomaten hinausgeht. Beide arbeiteten zu diesem Zeitpunkt als Ladenmanager in der Bekleidungsbranche.

Forgber und Michenfelder kündigten schließlich Anfang 2017 ihre Jobs und gründeten das Startup „My Minute Meal GmbH“ in einem Büro im Gewerbepark Mitte. Oranienburg bot nicht nur eine gute Infrastruktur, sondern auch noch bezahlbare Preise für Gewerbeflächen. „Das war natürlich trotzdem ein Sprung ins kalte Wasser, wir lebten vom Gründungszuschuss. Aber wir dachten, wann wenn nicht jetzt, ist ein guter Zeitpunkt dafür“, erzählte Sven Forgber Bürgermeister Alexander Laesicke bei seinem jüngsten Unternehmensbesuch in der Sachsenhausener Straße. Mittlerweile hat das Unternehmen eine größere Fläche, 180 m² im Erdgeschoss bezogen und drei weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt. In den neuen Räumen schrauben die beiden jungen Männer die Kühlschränke zusammen, organisieren den Vertrieb sowie die Bestückungsrouten und betreiben ein Kühllager. Wie es sich für ein ordentliches Startup gehört, steht auch ein Kicker mitten Raum. Kühlschrank-Prototypen verschiedener Generationen lehnen an der Wand.

„How I like“ an 18 Standorten

Die Kühlschränke funktionieren alle gleich: Der Kunde nimmt sich ein Karte und aktiviert deren Nummer über eine Website, zu der ein QR-Code führt. Dort wird auch die Bezahlart hinterlegt, zum Beispiel das Lastschriftverfahren oder Paypal. Dann kann mit Hilfe der Karte oder der Handy-App der Kühlschrank geöffnet werden. Man entnimmt das Produkt und der Preis wird automatisch abgebucht, wenn der Kühlschrank wieder schließt. Das dauert nur wenige Sekunden. „Im Grunde sind die Kühlschränke wie kleine Läden, die eine sekundenschnelle Inventur machen“, sagt Forgber. Jeder Schrank ist autark ans Internet angeschlossen – benötigt wird lediglich eine einfache Steckdose.

120 Produkte an 18 „How I like“-Standorten in und um Berlin bieten die Gründer mittlerweile an – an Unis, in Bürokomplexen und in Verwaltungen. Die Unterhaltung und Bestückung der Schränke wird über eine monatliche Pauschale ab 150 Euro meist vom Arbeitgeber oder Gebäudeeigentümer finanziert.

Auch die Stadtverwaltung Oranienburg hat seit Beginn des Jahres einen „How I Like“-Kühlschrank, der rege genutzt wird. Beliebt sind vor allem die asiatischen Mittagessen zum Aufwärmen, die Sandwiches und die Rharbarer-Schorle. „Jeder Standort ist ein wenig anders, deshalb beginnen wir auch immer erst mit einer zweimonatigen Testphase“, erklärt Martin Michenfelder. Mit den Produkten, die sie anbieten, wollen sie aber nicht nur satt machen, sondern auch inspirieren: „Deshalb gibt es bei uns beispielsweise auch einen Insektenriegel, der nicht nach Insekten schmeckt oder besonders gesunde Suppen. Aktuell arbeiten wir daran, auch einige bodenständige, regionale Produkte ins Angebot zu nehmen. Wir wollen immer besser werden und unser Produktangebot spannend halten“, sagt Sven Forgber.

Anfragen für weitere Kühlschränke gibt es viele, derzeit kommen die jungen Unternehmer kaum hinterher mit der Produktion und suchen weitere Geldgeber. Bürgermeister Laesicke: „Ich gehe davon aus, dass ich noch von Euch hören werde. Schön, dass ich das Unternehmen in dieser Phase kennenlernen durfte.“


*“How I like“ heißt übersetzt „Wie ich es mag.“

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