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15.03.2020

Oranienburg gedenkt Bombardierung vor 75 Jahren – Sirenen heulen erneut

Anlässlich der 75. Wiederkehr der schwersten Bombardierung während des Zweiten Weltkrieges gedenkt die Stadt Oranienburg am 15. März der Opfer. 

Am 15.03.2020 jährt sich zum 75. Mal der schwerste Bombenangriff auf die Stadt Oranienburg, die mit insgesamt rund 20.000 abgeworfenen Bomben während des Zweiten Weltkrieges zu den am meisten bombardierten deutschen Kleinstädten zählt.

Die Funktion der Stadt als Sitz von chemischer Industrie und Rüstungsbetrieben war es, die ihr zum Ende des Zweiten Weltkriegs zum Verhängnis wurde und zu einem vorrangigen Ziel alliierter Luftangriffe machte. Etwa 2.000 Menschen starben bei den Bombardierungen Oranienburgs, die Hälfte von ihnen Gefangene des Konzentrationslagers Sachsenhausen und Zwangsarbeiter. 

Die Bilanz der Bombardierung am 15.03.1945, bei der 5.690 Großbomben auf die Stadt abgeworfen wurden, war verheerend: Von den 3.872 Häusern waren 609 total zerstört, 1.400 schwer beschädigt und unbewohnbar. Etwa 40 Prozent der Bevölkerung wurde obdachlos. Es gab weder eine funktionierende Wasserversorgung noch eine Kanalisation. 

 

Gedenkveranstaltung

Anlässlich der 75. Wiederkehr der schwersten Bombardierung während des Zweiten Weltkrieges lädt die Stadt Oranienburg zum Gedenken an die Opfer ein: 

Am Sonntag, den 15. März 2020 legen Bürgermeister Alexander Laesicke und Stadtverordnetenvorsteher Dirk Blettermann um 14:30 Uhr einen Kranz an der Plastik „Zeichen der Erinnerung“ des Oranienburger Künstlers Hanspeter Pryss im Rosengarten vor dem Louise-Henriette-Gymnasium nieder.  

Um 14:45 Uhr wird es eine Gedenkminute für die Opfer der Bombenangriffe geben. In der Stadt heulen dann genau zu dem Zeitpunkt die Sirenen, als vor 75 Jahren mit dem Alarm das Bombardement begann. Danach verlesen Schülerinnen und Schüler des Louise-Henriette-Gymnasiums von 14:51 Uhr bis 15:36 Uhr, also im Zeitraum der Bombenangriffe, Namen von Opfern der Bombardierung.

Die anschließend um 15:45 Uhr geplante Veranstaltung in der Aula des Louise-Henriette-Gymnasiums muss wegen der aktuellen Corona-Krise leider abgesagt werden. Die AG Fliegerschicksale wollte hier ihre aktuellen Erkenntnisse über die Bombardierungen Oranienburgs vortragen und den Film „Bombenjäger – Oranienburgs explosives Erbe“ des Dokumentarfilmers Rick Minnich zeigen.