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03.10.2019

Stadtempfang 2019 - Bürgermeister würdigt ehrenamtliches Engagement

Am Vorabend zum Tag der Deutschen Einheit fand am 02.10.2019 in Oranienburgs Orangerie der jährliche Stadtempfang des Bürgermeisters statt. Nicht nur die Ehrenpreise wurden in diesem Jahr vergeben, sondern auch ein Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Knapp 200 Oranienburger Persönlichkeiten waren beim diesjährigen Stadtempfang in der Orangerie zu Gast – das diesjährige Motto lautete: »Anders sind wir alle«. Schon unser Stadtslogan »Oranienburg ist anders« soll nicht nur betonen, dass unsere Stadt positiv überraschen kann, sondern auch die Vielfältigkeit unserer lebensfrohen und lebensbejahenden Stadt zeigen. Dazu gehört unsere ganze bunte kommunale Familie und natürlich gehören dazu auch die Oranienburgerinnen und Oranienburger, die ihr Leben mit einer Behinderung meistern. Weil wir alle anders sind, stand in diesem Jahr die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen im Mittelpunkt des Stadtempfangs.

Besonderes Herzstück der Veranstaltung ist die Verleihung der Ehrenpreise. Mit dem Ehrenpreis der Stadt Oranienburg werden bürgerschaftliches Engagement und selbstloser Einsatz einmal im Jahr feierlich gewürdigt.

In der Kategorie »Einzelperson« wurde in diesem Jahr Jens Schmidt der Ehrenpreis überreicht. Wer Jens Schmidt kennt, und das sind in Oranienburg nicht wenige, den dürfte es nicht wundern: Natürlich hat auch er Vorschläge für den Bürgerhaushalt 2020 eingereicht. Denn Jens Schmidt ist einer, der mitgestalten will, der dabei ist, wann immer es darum geht, anzupacken oder die Stadt voranzubringen – sei es bei Müllsammelaktionen oder als Ordner bei Fußballspielen. Jens Schmidt, 43 Jahre alt, ist geistig behindert. Doch das hindert ihn nicht, sich ins städtische Leben einzubringen. Er engagiert sich bei jeder Gelegenheit für andere und ist ein wichtiges Sprachrohr für Behinderte in Oranienburg.

Das Oberhavel Hospiz e.V. erhielt – überreicht von Sozialdezernentin Stefanie Rose – den Ehrenpreis in der Kategorie »Verein«. Sich mit dem Tod und dem Sterben auseinanderzusetzen, fällt den meisten von uns sehr schwer. Noch schwerer ist es, einen Menschen beim Sterben zu begleiten. Umso wichtiger ist es, dass da jemand ist, der einem in diesem schweren Lebensabschnitt zur Seite steht – dem Sterbenden genauso wie den Angehörigen. In unserer Stadt gibt es Menschen, die sich genau das zur Aufgabe gemacht haben: die rund 90 Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler vom Oberhavel Hospiz in der Sachsenhausener Straße. In enger Zusammenarbeit mit medizinischen und pflegerischen Diensten hat der ambulante Hospizdienst seit 2005 schon unzähligen Menschen – pro Jahr etwa 120 bis 140 – dabei geholfen, ein würdevolles Leben bis zum Schluss verbringen zu können.

In der Kategorie »Projekt« wurde die Tanzgruppe der Deutschen Rheuma-Liga Oberhavel mit einem Ehrenpreis, überreicht von Baudezernent Frank Oltersdorf, ausgezeichnet. Rheuma ist eine Erkrankung, die mit zunehmendem Verlauf nicht nur zu anhaltenden Schmerzen, sondern auch zu gravierenden Einschränkungen am Bewegungsapparat führt. Eine Krankheit, die einem Stück für Stück die Beweglichkeit nimmt, Schmerzen und Erschöpfung bringt, ist eine schwere Einschränkung der Lebensqualität, eine wirkliche Behinderung. Da ist es wichtig, dass Betroffene neben einer guten medizinischen Versorgung auch auf Menschen treffen, die sie und Ihre Situation nachfühlen können, Ihnen Rat, Aufmunterung und Hilfe geben und ihnen ein Stück Ihrer Lebensqualität zurückgeben. Ein solcher Mensch ist Gabriel Krsek. In der Selbsthilfegruppe der  Deutschen-Rheuma-Liga Oberhavel leitet sie – die selbst stark von der Krankheit betroffen ist –  seit 2005 einen wöchentlichen Tanzkurs im Regine-Hildebrandt-Haus.

Nach Überreichung der Ehrenpreise gab es in diesem Mal noch einen ganz besonderen, weiteren Programmpunkt: Für ihr langjähriges, ehrenamtliches Engagement überreichte der Bürgermeister Viola Knerndel von der Oranienburger Tafel den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland – stellvertretend für den Bundespräsidenten. Seit 1991 ist sie ununterbrochen für den Oranienburger »Arbeitslosenservice Horizont e.V.« – dem Trägerverein der Oranienburger Tafel – tätig. Angefangen hat sie als ehrenamtliche Helferin – damals noch in einer alten Baracke mit Rußofen, als Bedürftige lediglich eine Dusche und ein Stück Brot erhielten. Ihre Hoffnung war, dass sich der Verein schnell wieder auflösen kann, sobald es keine Arbeitslosen und Hilfsbedürftigen mehr gebe. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Heute koordiniert sie das tägliche Geschäft, sucht Sponsoren, verteilt Spenden und vertritt die Interessen der Tafel gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Auch eine Fundgrube mit Bekleidung, Haushaltswaren und vielem mehr, das soziale Schreibbüro, die Nähstube, das tägliche Mittagsangebot, die Kleiderkammer, eine Wärmestube sowie Einzelfallbetreuung und diverse Kurse wie zum Beispiel zur gesunden Ernährung liegen in ihrer Verantwortung. Pro Monat werden mehr als 3.000 bedürftige Menschen bzw. mehr als 1.600 Haushalte in und um Oranienburg versorgt.

 

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