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Ausstellung: »Ein Leben, in dem ich zuversichtlich in die Zukunft blickte«

Datum:

01.07.2022 bis 31.08.2022

Uhrzeit:

14:00 Uhr

Ort:

Haus I des Schlosses, Havelflügel, 2. OG

Schloss Oranienburg

Schloßplatz 1
16515 Oranienburg

Ortschaft:

Oranienburg

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Vom 1. Juli bis 31. August sind im Schloss Fotografien der 16-jährigen Anastasia Vinogradova, geboren im ukrainischen Kryvvi Rih, in einer Ausstellung unter dem Titel »Ein Leben, in dem ich zuversichtlich in die Zukunft blickte« zu sehen.

Die 17 Bilder bringen die Betrachter an Orte ihrer Kindheit und Jugend, die bereits weitgehend durch den Krieg zerstört wurden. Wird die Gewalt der russischen Aggressoren nicht gestoppt, bleiben diese Orte nur noch Erinnerungen im Objektiv der Kamera.

Die Ausstellung kam auf Anregung einer ukrainischstämmigen Künstlerin zustande. Bei der Vernissage zur Ausstellung am 1. Juli 2022 um 14 Uhr wird auch ein/e Vertreter/in der ukrainischen Botschaft in Deutschland zugegen sein.

Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr. Gezeigt wird die Ausstellung vom 1. Juli bis 31. August 2022 im Haus I des Oranienburger Schlosses, Schloßplatz 1, im Verwaltungstrakt (Havelseite) im 2. OG.

 


 

»Zuversichtliche Zukunft«

Nastia, 16 Jahre alt

 
Manchmal gibt es Zeiten, in denen man bleiben und zurückblicken möchte.
In seinem Kopf „Pause“ drücken und Erinnerungen speichern.
Geräusche aufnehmen und auf Dauerschleife wiedergeben.

Ich bin 16 Jahre alt und meine Welt wurde am 24. Februar 2022 völlig zerstört.
Ich habe meine Sachen so schnell wie möglich gepackt.
Alles rasch und unordentlich.
Überall Chaos, wo alltägliche Ordnung war.
Kühlschrankmagnete, Postkarten und Kuscheltiere.
Alle Erinnerungen mitzunehmen, dauerte zu lange.
Ich habe vieles zurückgelassen, was ich nie wieder bekommen kann.
Vieles, was in einer Truhe aufbewahrt werden konnte unter dem Bett, ist weg.
Nie wieder diese Erinnerung.

Zurück bleiben nur meine iPhone-Bilder.
Zufällige Momente.
Verschwommene Aufnahmen.
Komisch-schräge-schöne Winkel.
Es machte keinen Sinn, diese Aufnahmen zu sammeln oder zu speichern.

Für mich sind diese Handyaufnahmen besonders wertvoll.
Sie sind der Beweis dafür, dass diese Momente existiert haben.
Dass ich in diesem Augenblick meine Handykamera auf sie gehalten habe, hat diese
fragilen Monumente unsterblich gemacht.

Ich weiß mit Sicherheit, dass sich alles ändern wird.
Dass ich mich ändern werde.
Dass diese Stadt für mich nicht wiederzuerkennen sein wird.
Meine Fotos sind daher wie Fragmente, Reste von zerbrochenen Bauteilen.
Damals ein Palast, heute nur noch ein Foto.

Ich bin 16 Jahre alt und meine Welt wurde am 24. Februar 2022 völlig zerstört.


Ukraine.Fotoausstellung: Eröffnungstafel der Ausstellung mit Gedicht
Ukraine.Fotoausstellung: Eröffnungstafel der Ausstellung mit Gedicht