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Energetisches Quartierskonzept für die Weiße Stadt

Die Bevölkerung der Stadt Oranienburg in der Metropolregion Berlin-Brandenburg wächst stetig – und somit auch die Nachfrage nach Wohnraum. Um sich als attraktiver Wohnstandort zu profilieren und gleichzeitig die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor zu reduzieren, soll im Zusammenhang mit dem Stadtumbau des Quartiers Weiße Stadt / Walther-Bothe-Straße eine energetische Sanierung von Teilen des Wohnbestandes gefördert werden.

Dafür erstellt die Stadt Oranienburg ein energetisches Quartierskonzept für das im Stadtumbaugebiet liegende Quartier Weiße Stadt / Walther-Bothe-Straße. Die Stadt wird dabei von der B.A.U.M. Consult GmbH aus Berlin und der Klima und Energieeffizienz Agentur GmbH (KEEA) aus Kassel unterstützt.

Im Rahmen der Erstellung des Konzepts werden Handlungsmöglichkeiten zur Einsparung von Treibhausgasemissionen und zur Anpassung des Quartiers an den Klimawandel untersucht. Die Palette möglicher Maßnahmen umfasst die energetische Sanierung des Gebäudebestands, die Förderung klimafreundlicher Mobilität, die Umgestaltung des öffentlichen Raums und die Anpassung einzelner Gebäude an die Folgen des Klimawandels. Das ist auch Inhalt des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung vom 10. Dezember 2018 zur „Stadtumbaustrategie der Stadt Oranienburg“ mit dem Handlungsfeld 3  „Klimaresiliente Stadt“. Die Erstellung des energetischen Quartierskonzepts kostet ca. 100.000 Euro und wird von der Förderbank KfW im Programm 432 „Energetische Stadtsanierung“ mit 65.000 Euro bezuschusst. Eine weitere Kofinanzierung erfolgt über das Städtebauförderprogramm Stadtumbau.

Den Anfang der Konzepterstellung bildet eine städtebauliche Analyse mit einer Bestandsaufnahme und einer objektscharfen Erfassung des energetischen Zustandes aller Gebäude im Untersuchungsgebiet. Hierfür ist eine Vor-Ort-Begehung vorgesehen, die in der letzten Juniwoche 2020 durchgeführt werden wird. Von den erhobenen Daten werden Möglichkeiten zum Klimaschutz sowie Entwicklungspotenziale für das Quartier abgeleitet. Diese bilden die Grundlage für die Maßnahmenentwicklung. Am Ende steht ein Paket konkreter Maßnahmen, die neben der Treibhausgaseinsparung erheblich zur Verbesserung des Wohnumfeldes beitragen sollen.

Die erfolgreiche Umsetzung des Quartierskonzeptes sowie der darin enthaltenden Maßnahmen soll anschließend über ein – ebenfalls von der KfW bezuschusstes – Sanierungsmanagement gewährleistet werden. Das Sanierungsmanagement dient unter anderem als Anlaufstelle für Wohnungseigentümer/innen und Bürger/innen, die sich zu Sanierungsmaßnahmen informieren und beraten lassen wollen.

Der einjährige Prozess der Konzepterstellung wird nicht nur unter Beteiligung verschiedener Fachbereiche der Stadtverwaltung, sondern auch im Dialog mit den Bewohnern und anderen lokalen Akteuren, wie den Wohnungsunternehmen und den Stadtwerken, stattfinden.

Es ist in dieser Form das erste integrierte energetische Quartierskonzept der Stadt Oranienburg und soll auch Ideen und Anhaltspunkte für weitere Quartierserneuerungen in Oranienburg liefern.