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Integriertes Stadtentwicklungskonzept (INSEK)

Seit dem Jahr 2007 bildet das „Integrierte Stadtentwicklungskonzept“, kurz INSEK, die Handlungsgrundlage für die Stadt- und Wirtschaftsentwicklung in der Stadt Oranienburg. Im INSEK werden gesamtstädtisch bedeutsame und Stadtentwicklungsprojekte als Schlüsselmaßnahmen definiert. Es ist damit zentrales Steuerungsinstrument für die Stadtentwicklung in Oranienburg.

Das INSEK dient der Stadt Oranienburg zur Ausrichtung ihrer Entwicklungsstrategie auf ihre Stärken und zur Koordination der unterschiedlichen Maßnahmen. Es ist zugleich Grundlage für das Land Brandenburg im Hinblick auf die Ausgabe von Fördermitteln. Dies bedeutet, dass zum Beispiel alle Maßnahmen der Städtebauförderung aus dem INSEK abgeleitet sind. Das INSEK wurde zuletzt 2019 fortgeschrieben. Es definiert nunmehr die Entwicklungsziele der künftigen Stadtentwicklung mit dem Horizont 2035+ und formuliert Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele.

Das INSEK 2035+ für die Stadt Oranienburg wurde unter Einbindung der relevanten Fachbereiche der Stadtverwaltung, der Infrastrukturträger, der Wohnungsunternehmen, der standortprägenden Wirtschaftsunternehmen, der Stadtpolitik sowie Vertreterinnen und Vertretern von Verbänden und Vereinen und der Einwohnerschaft von Oranienburg erarbeitet.

 

Entwicklungsziele und Handlungsschwerpunkte

Auf Grundlage einer detaillierten Bestandsaufnahme wurden Handlungsbedarfe identifiziert, anhand derer die folgenden Entwicklungsziele und Handlungsschwerpunkte formuliert wurden:

  • Innenstadtstärkung
  • Wohnen in Oranienburg
  • Soziale Infrastruktur und Bildung
  • Verkehr und Mobilität
  • Bildung und Soziales
  • Wirtschafts- und Arbeitsstandort Oranienburg
  • Kultur- und Tourismusstandort Oranienburg
  • Freiräume, Umwelt und Klimaschutz
  • Identität, Bürgerengagement, Teilhabe

 

Thematische Handlungsschwerpunkte

Zur Umsetzung der Entwicklungsziele wurden gesamtstädtische, ortsteilbezogene und kleinteilige Maßnahmen formuliert, die in den folgenden thematischen Handlungsschwerpunkten zusammengefasst wurden:

  • Attraktives und lebenswertes Zentrum
  • Funktionsstarkes Zentrum
  • Vielfältiges Wohnen
  • Soziale Infrastruktur
  • Mobilität und Verkehr
  • Wirtschaft und Beschäftigung
  • Kultur, Tourismus und Teilhabe
  • Freiraum, Umwelt- und Klimaschutz

 

Hintergrund des INSEK-Prozesses

Um Städte an aktuelle und künftige Bedarfe anzupassen, haben sich gesamtstädtische integrierte Entwicklungskonzepte bewährt. Im Sinne ganzheitlicher Strategien und abgestimmten Handelns dienen sie dazu, fachlich übergreifend langfristige Zielvorstellungen und Strategien für die Stadt- und Ortsteile im regionalen Kontext zu entwickeln.

Dieses Planungsinstrument wurde im Land Brandenburg als INSEK zudem auf die Förderung übertragen. Damit erfüllt es eine Doppelfunktion: Es dient als das langfristige Strategie- und Koordinierungsinstrument der Stadtentwicklung auf kommunaler Ebene und zugleich als Grundlage für die Vorbereitung und Umsetzung der Stadtentwicklungsförderung auf Landesebene. Seit dem Inkrafttreten der Städtebauförderungsrichtlinie (StBauFR) 2009 ist ein aktuelles INSEK auch Voraussetzung für die Gewährung von Zuwendungen zur nationalen Städtebauförderung.

In der Fortschreibung der städtischen Entwicklungsplanungen zu einem umsetzungsorientierten INSEK liegt die Chance und zugleich Herausforderung, Prioritäten zu Gunsten solcher Vorhaben zu setzen, die nachhaltig sind und mit denen die wichtigsten Entwicklungsziele realistisch erreicht werden können. INSEK-Überarbeitungen werden insbesondere durch strategische Änderungen aufgrund veränderter Rahmenbedingungen z. B. der Demografie, Wirtschaft oder Raumordnung erforderlich. Wesentlich ist hierbei, im Rahmen eines intensiven Abstimmungs- und Beteiligungsprozesses einen hohen Konsens in Stadt und Region herzustellen.

Das INSEK als gesamtstädtische informelle Planung und als planerischer Überbau ist bei jeder kommunalen Planung zu berücksichtigen. Es ersetzt nicht andere Planungsebenen, insbesondere nicht die Bauleitplanung. Es ersetzt auch keine vertiefenden und konkretisierenden Fachkonzepte und -planungen zu Kita- und Schulentwicklung, Einzelhandel, Energie und Klimaschutz, Verkehr etc. sowie Sozialraumanalysen und die mittelfristige Finanzplanung. Vielmehr fließen deren Ergebnisse und Strategien und für die Stadtentwicklung wichtige sonstige (öffentliche und private) Vorhabenplanungen – mit den gesamtstädtischen Zielen gespiegelt – in das INSEK ein. Mit dem INSEK sind keine vollständig neuen Themen für die kommunale Planung verbunden. Das INSEK dient der Bündelung, Integration, Abstimmung der Planungen untereinander und ggf. punktuellen Ergänzung bzw. Aktualisierung der vorhandenen Analysen, Konzepte und Strategien in den Kommunen.

 


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