Seiteninhalt

Stadtumbau

Das Programm Stadtumbau wurde von Bund und Ländern im Jahr 2002 in den östlichen Ländern (Stadtumbau Ost) und im Jahr 2004 in den westlichen Ländern (Stadtumbau West) gestartet. Im Jahr 2017 wurden beide Programme zu einem Stadtumbauprogramm zusammengeführt. Die Ziele des Stadtumbaus sind die funktionale Stärkung und bedarfsgerechte Anpassung von Stadtquartieren, die Umnutzung von ungenutzten Gebäuden und baulichen Anlagen, die Gestaltung von Stadtstrukturen entsprechend den Anforderungen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung sowie die Revitalisierung von Brachen.

Die bisherige strategische Ausrichtung des Stadtumbaus auf schrumpfende und sich stabilisierende Städte wurde im Rahmen der Zusammenführung beider Programme auf wachsende Städte ausgedehnt. Diese sollen im Rahmen von Integrierten Stadtentwicklungskonzepten (INSEK) mit Hilfe des Stadtumbaus den Ausbau des sozialen Wohnungsbaus und der entsprechenden Infrastruktur auf vorhandenen Brachen vorantreiben. Damit öffnete sich erstmalig auch für die Stadt Oranienburg der Zugang zum Stadtumbauprogramm. 2018 wurde die Stadt Oranienburg in das Programm aufgenommen.

Grundlage für den Stadtumbau ist die Stadtumbaustrategie. Diese stellt eine teilräumliche und thematische Konkretisierung der gesamtstädtischen strategischen Leitlinien und Entwicklungsziele der Stadtentwicklung dar, die im Rahmen der Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (INSEK 2035+) neu justiert und ergänzt wurden. Als Fördergebietskulisse für den Stadtumbau wurde das Gebiet Weiße Stadt / Quartier Walther-Bothe-Straße gewählt. Das Gebiet zeichnet sich insbesondere durch die Verfügbarkeit stadtzentraler Brachen und Wohnbaupotentialflächen aus.

  • Stadtumbaustrategie [Link zum Menüpunkt „Gutachten & Konzepte“]
  • Fördergebietskulisse und Maßnahmenplan Stadtumbau [Link zum Menüpunkt „Gutachten & Konzepte“]
  • Integriertes Stadtentwicklungskonzept (INSEK) 2035+ [Link zum Menüpunkt „Gutachten & Konzepte“]

 


 

Ziele und Schwerpunkte des Stadtumbaus

Anhand der gesamtstädtischen Leitlinien des INSEK 2035+, der Bestandsaufnahme im Untersuchungsgebiet sowie der abgeleiteten Handlungsbedarfe lassen sich für den Stadtumbauprozess folgende konkrete Ziele ableiten:

  • Innenstadtstärkung
    • städtebauliche Neuordnung und Aufwertung durch funktionale und bauliche Qualifizierung brachliegender und untergenutzter Flächen in zentralen und gut integrierten Lagen
  • Wohnen und Wohnumfeld
    • Schaffung Wohnungsangebot für Alle
    • weitere Qualifizierung Wohnumfeld und öffentlicher Raum
    • fortlaufende energetische Sanierung des Wohnungsbestandes
  • Verkehr und technische Infrastruktur
    • Neuordnung der innerstädtischen Verkehrsführung und Verbesserung der Ost-West-Verbindungen über die Havel
    • Barrierefreiheit und hohe Aufenthaltsqualität
    • zukunftsfähige Mobilitätsformen
  • Soziale Infrastruktur
    • bedarfsgerechte Bereitstellung Wohnfolgeeinrichtungen
    • flexible Ausrichtung in Bezug auf Nachnutzung sowie Mehrfachnutzungen
  • Umwelt- und Klimaschutz, Altlasten
    • Ausbau und Unterstützung regenerativer Energiequellen, umweltfreundlicher Verkehrsträger und kleinteiliger Klimaschutzmaßnahmen

 


 

Handlungsfelder und Maßnahmenschwerpunkte

Zur Umsetzung der Stadtumbauziele werden diese in vier Handlungsfelder bzw. Maßnahmenschwerpunkte gebündelt, in denen jeweils die Einzelmaßnahmen konkretisiert werden.

 

Handlungsfeld 1 – „Städtebauliche Neuordnung und Qualifizierung innerstädtischer Brachen“

Die zentrale Maßnahme im Handlungsfeld „Städtebauliche Neuordnung und Qualifizierung innerstädtischer Brachflächen“ ist die Aktivierung der Potentialflächen nördlich der „Weißen Stadt“, mit der insgesamt 400 bis 600 Wohneinheiten in unterschiedlichen Markt- und Ausstattungssegmenten geschaffen werden können. Die Entwicklung des Gebietes soll unter der Maßgabe hoher baukultureller, gestalterischer sowie ökologischer Ansprüche an Gebäude und Freiflächen erfolgen, die im Rahmen eines energetischen Quartierskonzeptes präzisiert werden sollen.

Ergänzend hierzu sollen durch die Erarbeitung von Gutachten und Machbarkeitsstudien sowie die Durchführung von städtebaulichen Wettbewerben für noch fehl- und untergenutzte Flächen in der Gebietskulisse Vorschläge für deren funktionale und gestalterische Aufwertung aufzeigt werden, wie z. B.

  • Durchführung Wettbewerb Qualifizierung öffentlicher Raum Weiße Stadt
  • Erstellung städtebauliche Studie zu Entwicklungsperspektiven unter bzw. fehlgenutzter Grundstücke
  • Erstellung einer Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der historischen Scheune
  • Wohnbebauung am neuen Stadtplatz (Walther-Bothe-Straße/Weiße Stadt)

 

Handlungsfeld 2 – „Qualifizierung und Anpassung der sozialen Infrastruktur“

Der finanziell umfassendste Maßnahmenschwerpunkt ist die bedarfsgerechte Qualifizierung und Anpassung der kommunalen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen an den aktuellen und weiter steigenden Bedarf. Neben der geplanten Erweiterung der Havelgrundschule um zwei Klassenzüge, ist der Neubau einer weiteren, mindestens zweizügigen Grundschule sowie einer Kita in der Innenstadt notwendig. Zusätzlich werden mit dem Ergänzungsgebiet „Weiße Stadt“ weitere Wohnfolgeeinrichtungen erforderlich.

  • Neubau Grundschule Innenstadt
  • Errichtung Erweiterungsbau Havelgrundschule
  • Neubau Kita Innenstadt

 

Handlungsfeld 3 – „Klimaresiliente Stadt“

Das Ziel einer klimaresilienten Stadt soll auf Grundlage eines Energie- und Klimaschutzkonzept für das neue Wohnquartier verwirklicht werden. Neben der Gestaltung öffentlicher Räume mit hoher Aufenthaltsqualität, müssen auch die Gebäude den stadtklimatischen Veränderungen wie Hitzeperioden und Starkregen angepasst werden. Zentrales Vorhaben ist in diesem Handlungsfeld die modellhafte zukunftsfähige klimaresiliente Umgestaltung des öffentlichen Raumes an der Walther-Bothe-Straße zwischen Berliner Straße und Havelufer.

  • Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes/Energetischen Quartierskonzeptes
  • Durchführung Wettbewerb „Modellprojekt klimaresilienter öffentlicher Raum“

 

Handlungsfeld 4 – „Kommunikation und Begleitung der Gesamtmaßnahme“

Das im Rahmen des Stadtumbauprozesses geplante Maßnahmenspektrum erfordert ein hohes Maß an Koordination und Kommunikation, um finanzielle und personelle Ressourcen effektiv einzusetzen. Neben der Begleitung der Gesamtmaßnahme und Projektsteuerung der Baumaßnahmen (Stadtumbaumanagement) ist ein zweiter Baustein der öffentlichen Kommunikation und Beteiligung erforderlich, der in Form eines sozialen Quartiermanagements gewährleistet wird. 

  • Stadtumbaumanagement
  • Soziales Quartiersmanagement
  • Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit

 

Seite empfehlen: