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Weiße Stadt

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Oranienburg hat in ihrer Sitzung am 16.12.2013 die Aufstellung des Bebauungsplanes mit der Bezeichnung Nr. 100 „Quartiersentwicklung Weiße Stadt“ beschlossen. Grundsätzliches Ziel des Bebauungsplans ist es, die derzeit noch weitgehend unbebaute Fläche nördlich der „Weißen Stadt“ zu einem städtebaulich ansprechend gestalteten und sozial ausgeglichenen Wohngebiet weiterzuentwickeln. Am 06.03.2017 wurden die Planungsziele und die Größe des Geltungsbereiches mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung konkretisiert. Das Wohnquartier soll nun überwiegend von der WOBA mbH entwickelt werden. Hintergrund ist die Notwendigkeit, mehr bezahlbaren Wohnraum in der Stadt zu schaffen, die noch vor wenigen Jahren, als Oranienburg nicht so schnell gewachsen war, anders bewertet wurde.

Basierend auf den Stellungnahmen der erneuten Offenlage vom 10.07.2017 bis 18.08.2017 sowie durch den Aufstellungsbeschluss des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 124 „Seniorenzentrum an der Walther-Bothe-Straße“ wird der Geltungsbereich den aktuellen Entwicklungen angepasst, um eine zügigere Umsetzung der Vorhaben zu begünstigen.

Eine nochmalige öffentliche Auslegung des Bebauungsplanes erfolgte nach nochmaligen Modifikationen letztmalig vom 11.06.2018 bis 20.07.2018. Derzeit werden die eingegangenen Stellungnahmen und Hinweise ausgewertet, um der Stadtverordnetenversammlung baldmöglichst die Abwägung aller Belange zur Entscheidung vorzulegen.

>> den B-Plan 100 finden Sie hier - einfach B-Plan 100 in der Suche eingeben

Änderung der Planung

Die Festsetzung einer Fläche für die Kindertagesstätte wurde aus dem Plangebiet herausgenommen. Grund hierfür ist, dass weitere Erschließungsmöglichkeiten bzw. andere Standorte geprüft werden, um eine möglichst Anwohner verträgliche Integration der Kindertagesstätte in den Wohngebieten zu gewährleisten. Damit soll einerseits eine zügige Umsetzung des Bebauungsplanes für die Wohnbebauung und anderseits eine eingehende Untersuchung des Kindertagesstätten-Standortes ermöglicht werden.

Am 11.12.2017 beschloss die Stadtverordnetenversammlung die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 124 „Seniorenzentrum an der Walther-Bothe-Straße“. Auf dem ca. 0,8 ha großen Plangebiet soll ein Seniorenzentrum mit ca. 148 Betten entstehen – einschließlich 28 Stellplätzen sowie dazugehörigen Außenanlagen. Es handelt sich hierbei um eine Sonderform des Bebauungsplanes, welches der Stadt ermöglicht den Investor mittels Durchführungsvertrag zur Realisierung des Vorhabens zu verpflichten. Dadurch ergibt sich neben einer zügigeren Umsetzung der Planvorstellungen die Möglichkeit das gesamte Quartier in einem kürzeren Zeitrahmen zu entwickeln. Aus diesem Grunde wird das Vorhaben Seniorenzentrum in einem eigenständigen Bebauungsplan entwickelt, orientiert sich jedoch an dem städtebaulichen Konzept des Bebauungsplanes Nr. 100.

Die öffentliche Verkehrsfläche mit der Kennzeichnung Planstraße 1 wurde von 10 Meter auf 12 Meter verbreitert, um den aktuellen Stand der Technik, insbesondereum die Anforderungen an die Versickerung des anfallenden Regenwassers gewährleisten zu können.
Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes wird der Flächennutzungsplan gemäß § 8 (3) BauGB geändert. Insbesondere wird die dargestellte Dichte der Wohnbaufläche im Geltungsbereich des Bebauungsplanes im Flächennutzplan von Typ 2 (GFZ 0,8) auf Typ 1 (GFZ 1,2) geändert, entsprechend der geplanten Festsetzungen im Bebauungsplan. Darüber hinaus wird der im derzeitigen Flächennutzungsplan dargestellte Grünstreifen mit der Nutzung Park nach Süden an die Walther-Bothe-Straße verschoben.

>> den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 124 finden Sie hier - einfach B-Plan 124 in der Suche eingeben

Die Stadt Oranienburg hat die Absicht, die Entwicklung der derzeit noch weitgehend unbebaute Fläche nördlich und westlich der „Weißen Stadt“ zu einem städtebaulich ansprechend gestalteten und sozial angenehmen Wohngebiet weiterzuentwickeln. Das Wettbewerbsgebiet beiderseits der Walther-Bothe-Straße, zwischen Erzberger Straße und dem Oranienburger Kanal, umfasst eine Gesamtgröße von ca. 17 ha. Die noch bestehenden Wohngebäude der »Weißen Stadt«, die 1937 als Werksiedlung für die Mitarbeiter der Heinkel-Flugzeugwerke Oranienburg erbaut wurden, wurden von 1945 bis 1994 als Kaserne der Roten Armee genutzt und waren für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Nach dem Abzug der sowjetischen Armee wurden Kasernenanlagen zurückgebaut und die Wohnsiedlung umfassend saniert.

Ziel der Stadt Oranienburg für die Entwicklung des gesamten Plangebietes ist die »Wiedereingliederung« der Flächen in den städtischen Kontext, die Etablierung sinnvoller und nachhaltiger Nutzungen sowie eine attraktive Gestaltung des Stadtraumes im Sinne der künftigen Bewohner aber auch der gegenwärtigen Oranienburger Bürgerschaft.

Wesentliches Ziel des Wettbewerbs war die städtebauliche und landschaftsarchitektonische Entwicklung eines neuen innerstädtischen Wohnquartiers. Es soll ein urbanes, heterogenes und somit langfristig lebendiges Stadtquartier entstehen. Dies soll unter anderem durch die Attraktivität des zentrumsnahen Standortes sowohl für junge Familien mit Kindern als auch für ältere Generationen erreicht werden. Um verschiedene Bevölkerungsgruppen anzusprechen, sollen möglichst viele unterschiedliche Bauformen bzw. Bebauungstypen (z. B. Geschosswohnungsbau, Reihenhäuser bzw. Townhouses, Doppelhäuser, etc.) entstehen.

Zur Teilnahme am Wettbewerb wurden entsprechend der Ankündigung auf der Vergabeplattform des Landes Brandenburg vom 05.10.2012 insgesamt 10 Planungsteams aus Architekten/Stadtplanern und Landschaftsarchitekten aufgefordert.

Entscheidung des Preisgerichts

Unter dem Vorsitz des namhaften und erfahrenen Architekten Prof. Heinz Nagler (Cottbus) entschied das Preisgericht am 18.03.2013 nach ausführlicher Diskussion wie folgt:

1. Preis: Superblock ZT GmbH, Wien

Verfasserin: Verena Mörkl, Architektin
Mitarbeiter: Christoph Mörkl, Max Utech, Silvia, Thomas Hennerbichler, Roland Barthofer
Landschaftsarchitektin: Sabine Dessovic, Landschaftsplanerin


2. Preis: SMAQ - architecture urbanism research, Berlin

Verfasser: Prof. Andreas Quednau, Architekt
Mitarbeiter: Hampel, Winston
Designer/Visualisierer: Alexandra Berdan, Maria Martins
Landschaftsarchitektin: Anna Viander
Künstlerin: Sabine Müller

Anerkennung: GSP Architekten, München

Verfasser: Igor Cerwinski, Ingo Schäfer
Mitarbeiter: Andreas Frisch, Florian Mühlbauer, Rainer Schmidt, Thore Kokulinsky, Claudia Stolte, Kira Stoepel, Lena Shvab
Landschaftsarchitekten: Prof. Rainer Schmidt

Die Jury, der auch Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke sowie Baudezernent Frank Oltersdorf angehörten, empfahl die mit dem 1. Preis ausgezeichnete Arbeit zur weiteren Ausarbeitung.

Aus der Beurteilung des Preisgerichtes zum 1. Preis:

»Der Leitidee „vom blauen Kanal zur weißen Stadt“ folgend, schaffen die Verfasser mit dem neuen Grünzug entlang der Walther-Bothe-Straße einen neuen Stadteingang. Den selbstverständlichen Auftakt bildet der neue gut proportionierte Platz am „Weißen Haus“ als neuer Quartiersmittelpunkt und lässt seinen Ausblick am Oranienburger Kanal enden. Das Wettbewerbsgebiet wird sowohl in Ost-West-Richtung als auch in Nord-Süd-Richtung gut vernetzt. Der abwechslungsreiche und räumlich spannend gestaltete Anger ist sowohl identitätsstiftend für das gesamte Quartier, setzt aber auch gleichzeitig übergeordnete Stadtimpulse. Die Umsetzbarkeit der robusten städtebaulichen Struktur wird vom Preisgericht als hoch eingeschätzt.«

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