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Franz-Bobzien-Preis 2018 verliehen

Landesjugendring Brandenburg e.V. erhält den Franz-Bobzien-Preis 2018

Das Projekt »überLAGERt« des Landesjugendring Brandenburg e.V. hat den mit 3 000 Euro dotierten Franz-Bobzien-Preis 2018 der Stadt Oranienburg und der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen verliehen bekommen.

Anlässlich des 73. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen überreichte die Brandenburger Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Dr. Martina Münch, den Franz-Bobzien-Preis am 22. April im Rahmen einer Festveranstaltung in der Gedenkstätte.

In ihrer Laudatio würdigte die Ministerin das außerordentliche Engagement der fünf Jugendgruppen aus Cottbus, Bad Belzig, Grüneberg, Lauchhammer und Wildau, die das dichte Netz von KZ-Außenlagern in Brandenburg in Form von Exkursionen, Workshops, Archivrecherchen und anderen Aktivitäten erforschten. Die Projektergebnisse sind dabei sehr vielfältig – von klassischer Ausstellung über umfangreiche Quell- und Materialiensammlungen, Forschungstagebüchern bis hin zu einem App-gestützten Gelände-Rundgang.

Die Jugendlichen setzen sich dabei aktiv mit der Geschichte, hier der NS-Geschichte ihrer eigenen Umgebung auseinander, und widmeten dabei einem Randthema Aufmerksamkeit. Die KZ-Außenlager sind bisher nur unzureichend erforscht: Mehr als 60 Außenlager gab es in Brandenburg, viele sind in Vergessenheit geraten oder neu bebaut. Die Jugendlichen holten so ein wichtiges Stück vergessene Geschichte in das Bewusstsein ihrer Heimatorte zurück.

Damit überzeugte, das Projekt »überLAGERt« die zehnköpfige Jury, der unter anderem Vertreter der Stadt Oranienburg, der Gedenkstätte Sachsenhausen und aus Medien, Politik und Gewerkschaft angehören.

Der »Franz-Bobzien-Preis« (ehemals „Oranienburger Toleranzpreis“) wurde zum fünften Mal verliehen. Der Preis war in Brandenburg und in Berlin ausgeschrieben und fördert Projekte, die zur historisch-politischen Bildung und Demokratieentwicklung beitragen.

Wie in der Vergangenheit wurden neben dem ersten Preis auch wieder ein zweiter und dritter Platz vergeben.


Den 2. Platz bekam die Ernst-Litfaß-Schule, das Berliner Oberstufenzentrum für Mediengestaltung und Medientechnologie, dessen Schülerinnen und Schüler die Lebensgeschichte von Ilse Heinrich recherchierten, die von den Nationalsozialisten als arbeitsscheu und asozial stigmatisiert und ins KZ Ravensbrück verschleppt wurde.

Das Ergebnis eines fünftägigen Projektes in der Gedenkstätte Ravensbrück und einer Begegnung mit Ilse Heinrich sind zwölf beeindruckende Druckgraphiken, die den Lebensweg von Ilse Heinrich künstlerisch darstellen. Sie wurden als Ausstellung bereits an prominenten Orten, zum Beispiel im Berliner Abgeordnetenhaus, gezeigt und können als Postkarten in der Gedenkstätte Ravensbrück erworben werden.


Den 3. Platz erhielt das Ökumenische Forum Berlin Marzahn e.V., das mit einer Gedenk-Stele in der Marzahner Poelchaustraße die Erinnerung an das Wirken von Dorothea und Harald Poelchau buchstäblich in die Öffentlichkeit gestellt und einen Zusammenhang mit heutigen Fragestellungen eines demokratischen, toleranten und freiheitlichen Zusammenlebens hergestellt hat.

Schirmherr des Franz-Bobzien-Preises ist der Ministerpräsident des Landes Brandenburg Dr. Dietmar Woidke, der damit seine Wertschätzung für diesen länderübergreifenden Beitrag zur Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte und zur Entwicklung von Offenheit und Verbundenheit in einem geeinten, friedlichen Europa zum Ausdruck bringt.

Weitere Partner des Franz-Bobzien-Preises sind der Zentralrat der Juden in Deutschland, die Koordinierungsstelle „Tolerantes Brandenburg“ der Brandenburger Landesregierung, der Berliner Ratschlag für Demokratie, der DGB Bezirk Berlin-Brandenburg, die Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, das Brandenburger Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit sowie der Tagesspiegel als Medienpartner.

+++ Der Franz-Bobzien-Preis 2020 wird im Herbst 2019 ausgeschrieben.+++

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