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Über den Tellerrand: Kochprojekt bringt Geflüchtete und Einheimische zusammen

Kochbuch: »So schmeckt Heimat« – Gutes Essen verbindet und gewährt Einblicke in die Traditionen und Gepflogenheiten verschiedener Kulturen. Genau das nutzte das städtische Projekt „Kochclub Oranienburg“, bei welchem sich Geflüchtete und Alteingesessene beim gemeinsamen Kochen austauschen und kennenlernen konnten. Im Kochbuch „So schmeckt Heimat“  wurden nun alle Rezepte veröffentlicht.

Essen ist bekanntlich nicht nur ein körperliches Grundbedürfnis, sondern auch eine schöne Möglichkeit, Gemeinschaft zu erleben. Nicht zuletzt offenbaren sich im Was, Wie und Wann der Nahrungsaufnahme aber auch kulturelle und soziale Unterschiede. Was liegt da näher, als Koch- und Essveranstaltungen zu nutzen, damit sich Menschen aus verschiedenen Ländern besser kennenlernen können? Das dachte sich auch Pierre Schwering, Sachgebietsleiter für Gemeinwesen, Jugend und Sport in der Oranienburger Stadtverwaltung, der zusammen mit Ivonne Hennes vom Verein "Willkommen in Oranienburg" im Jahr 2018 das Projekt „Kochclub Oranienburg“ durchführte.

„Das Ziel des Projektes war es, beim gemeinsamen Kochen Begegnungen auf Augenhöhe zu schaffen. Menschen aus verschiedenen Kulturen, mit und ohne Fluchterfahrung zusammenzubringen, Freundschafts- und Unterstützungsnetzwerke entstehen zu lassen und zur Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft in einer offenen und toleranten Gesellschaft zu motivieren“, so Pierre Schwering. Als Begegnungsstätte diente die Küche der Havelschule, in der Flüchtlingsfamilien und alteingesessene Oranienburgern mehrfach zum gemeinsamen Kochen zusammengeführt wurden

Zusammen bereiteten die Teilnehmer Lieblingsrezepte aus ihrer Heimat zu und tauschten sich bei Speis und Trank über ihre unterschiedlichen Erfahrungen, ihre Kultur und das Leben in der alten und neuen Heimat aus. Sechs Oranienburger Familien, bestehend aus Geflüchteten aus dem Iran, Syrien und Kenia sowie einheimischen Oranienburgern  nahmen teil und wagten menschlich wie kulinarisch einen Blick über den Tellerrand. Die Neu-Oranienburger  erfuhren dabei  einiges über die traditionelle deutsche Küche, während die alteingesessenen Oranienburger den Geschmack des Nahen Ostens und Ostafrikas kosten durften. Neben Brutzeln, Kochen und Teig ausrollen gewannen die Mitwirkenden auch eine Einblick in die Lebenssituation der anderen. Das Koch- und Begegnungsprojekt sollte nicht nur die Integration der Geflüchteten in ihrer neuen Heimat unterstützen, sondern auch zu einem Abbau von Vorurteilen und einem offenerem Blick auf das vermeintlich Fremde beitragen.

Die zubereiteten Rezepte wurden nun in einem Kochheft mit dem Titel  „So schmeckt Heimat“ zusammengetragen. Kurze Porträts, in denen die Projektteilnehmer selbst zur Sprache kommen, sind in dem Band ebenfalls enthalten. „Mit dem Kochbuch wollen wir dazu beitragen, das Verständnis für Andere zu stärken und zu motivieren, sich in Unterstützungsnetzwerken zu engagieren“, so Projektinitiator Pierre Schwering.  „Wir hoffen natürlich auch, dass die Leserinnen und Leser darin vielleicht ein neues Lieblingsrezept finden und beim Nachkochen eine schöne Zeit haben. Danke noch mal an alle, für die Bereitschafft ihre persönlichen Geschichten zu erzählen.“

Das Projekt „Kochclub Oranienburg“ und das Kochheft „So schmeckt Heimat“ entstanden in Kooperation mit dem Verein „Willkommen in Oranienburg“ und der Initiative Demokratiekunst.