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08.04.2026

Wohnquartier in Süd bekommt Verkehrskonzept - Infoveranstaltung am 29.04.

Viel Verkehr, schmale Straßen und eine Grundschule mittendrin: Für das am Oranienburger Kanal angrenzende Wohnquartier in Oranienburg Süd wird derzeit ein Verkehrskonzept entwickelt. Am Mittwoch, den 29. April 2026, sind die Bewohnerinnen und Bewohner zu einer öffentlichen Auftaktveranstaltung eingeladen, in der die Stadtverwaltung ausführlich über das Projekt, bereits durchgeführte Verkehrserhebungen, geplante Verkehrsführungs-Varianten und die Beteiligungsmöglichkeiten informieren möchte.

Immer wieder äußern Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnquartiers zwischen Berliner Straße, Oranienburger Kanal, Birkenallee und der ehemaligen Bahntrasse der Kremmener Bahn Kritik an dem Durchgangsverkehr in ihrem Kiez. Von nicht wenigen Anwohnerinnen und Anwohnern wird deshalb die Wiedereinführung verkehrsberuhigender Maßnahmen wie Durchfahrtsverbote und Einbahnstraßenregelungen gefordert, die bereits in der Vergangenheit für einen bestimmten Zeitraum galten, von der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Oberhavel jedoch abgeordnet werden mussten. Besonders angespannt scheint die Situation „Am Kanal“. Für Begegnungsverkehr ist die Straße eigentlich nicht geeignet. Wenn sich zwei Fahrzeuge entgegenkommen, wird es eng. Für Radfahrerinnen und Radfahrer bedeutet das oft, dass der vorgeschriebene Mindestabstand von 1,5 Metern beim Überholen kaum eingehalten werden kann. Auch für Fußgängerinnen und Fußgänger ist die Lage unübersichtlich. 2022 beschloss die Stadtverordnetenversammlung deshalb, die Straße künftig als Einbahnstraße auszuweisen. Der Verkehr soll hier künftig nur noch von der Birkenallee kommend in Richtung Norden fließen. Darüber hinaus sollen geeignete Varianten zur Verkehrsberuhigung für das gesamte Quartier entwickelt werden – nicht zuletzt wegen der Comenius-Grundschule, die im Wohnquartier liegt.

Im November 2025 wurde ein Planungsbüro mit der Erarbeitung eines Konzepts zur Verkehrsberuhigung beauftragt. Anfang März fanden dafür umfangreiche Verkehrszählungen statt. „Am Kanal“, in der Hildburghausener Straße, der Gothaer Straße sowie in der Jenaer und in der Weimarer Straße wurde gezählt, wie viele Fahrzeuge unterwegs sind. Diese Daten bilden nun die Grundlage für die nächsten Schritte. Und die werden ganz praktisch: Im weiteren Verlauf startet ein Pilotprojekt, bei dem verschiedene Varianten der Verkehrsberuhigung nacheinander zeitlich befristet erprobt werden − zum Beispiel Einbahnstraßenregelungen oder Durchfahrtsverbote.

„Ziel der Maßnahmen ist es, die Verkehrssicherheit im Quartier zu verbessern, ohne die Erreichbarkeit für Anwohnerinnen und Anwohner einzuschränken“, so Sven Dehler vom städtischen Planungsamt. „Welche Varianten der Verkehrsberuhigung schließlich dauerhaft umgesetzt werden, sollen die Bürgerinnen und Bürger mitbestimmen.“ Über einen Online-Fragebogen auf der Website der Stadtverwaltung können sie ihre Erfahrungen aus den Testphasen mitteilen.

Die vollständige Auswertung aller Rückmeldungen, Verkehrsdaten und Verkehrsführungs-Varianten ist für 2027 vorgesehen. Bis dahin wird Oranienburg Süd gewissermaßen zum Reallabor für neue Wege in der Verkehrslenkung. Am Ende geht es dabei um die grundlegende Frage, wie ein Wohnquartier so gestaltet werden kann, dass es in erster Linie Lebensraum bleibt und nicht zur dauerhaften Umfahrungsstrecke wird.

 

Die Auftaktveranstaltung am 29. April startet um 17 Uhr im Saal der Caritas-Werkstatt in der Berliner Straße 93. Der Termin bietet auch Gelegenheit, Fragen zu stellen.